Waffenrecht, 22. September 2026, 4 Min. Lesezeit
Schießbuch für Sportschützen: Training richtig nachweisen
Das Schießbuch ist dein Beleg für regelmäßiges Training. Ohne saubere Einträge gibt es keine Bedürfnisbescheinigung. So führst du es richtig.

Das Schießbuch ist dein persönlicher Nachweis, dass du regelmäßig im Verein trainierst. Du brauchst es, wenn du als Sportschütze eine eigene Waffe erwerben willst: Der Schießsportverband bescheinigt dein Bedürfnis nur, wenn du einmal in jedem Monat oder 18-mal innerhalb von zwölf Monaten mit erlaubnispflichtigen Waffen geschossen hast (§ 14 Abs. 3 WaffG).
Jeder Termin gehört deshalb mit Datum, Disziplin und Bestätigung ins Schießbuch. Auch später, wenn du schon eine Waffenbesitzkarte hast, brauchst du die Einträge wieder. Dann prüft die Behörde, ob dein Bedürfnis fortbesteht.
Dieser Artikel ist ein Überblick und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind das Waffengesetz und die Auskünfte deiner Waffenbehörde.
Wozu brauchen Sportschützen ein Schießbuch?
Wer als Sportschütze eine Waffe erwerben möchte, muss ein Bedürfnis nachweisen. Das Waffengesetz verlangt dafür eine Bescheinigung des Schießsportverbandes. Für unseren Verein ist das der Brandenburgische Schützenbund (BSB) im Deutschen Schützenbund. Der Verband bescheinigt nach § 14 Abs. 3 WaffG unter anderem, dass du
- seit mindestens zwölf Monaten den Schießsport in einem Verein mit erlaubnispflichtigen Schusswaffen betreibst und
- in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal in jedem ganzen Monat oder 18-mal insgesamt geschossen hast.
Der Verband war bei deinem Training nicht dabei. Er stützt sich auf deine Schießnachweise. Der BSB verlangt laut seinem Antragsformular Kopien der Schießnachweise der letzten zwölf Monate vor der Antragstellung. Das Schießbuch ist also die Grundlage für alles, was danach kommt. Den gesamten Ablauf beschreiben wir im Artikel Der Weg zur Waffenbesitzkarte.
Welche Termine zählen?
Für den Nachweis zählt nicht jeder Besuch am Stand. Wichtig sind drei Punkte aus dem Gesetz:
- Erlaubnispflichtige Waffen: Training mit Luftgewehr oder Luftpistole ist sinnvoll, zählt für diesen Nachweis aber nicht. Es geht um Waffen wie Kleinkaliber oder Großkaliber.
- Im Verein: Das Gesetz spricht vom Schießsport „in einem Verein“. Dazu gehören das reguläre Vereinstraining und Wettkämpfe.
- Vereinswaffen reichen: Für den Erwerb der ersten Waffe musst du keine eigene Waffe haben. Mit Leihwaffen des Vereins zu trainieren, zählt.
Achtung bei der Monatsregel: Ein ausgefallener Monat reißt die Kette. Dann musst du auf 18 Termine innerhalb der zwölf Monate kommen. Plane lieber etwas Puffer ein.
Wann und wo wir trainieren, findest du auf der Seite Training, aktuelle Termine unter Termine. Beim Training ist die Anmeldung mit Schießbuch ohnehin Teil des Ablaufs: Komm etwa zehn Minuten vor Beginn, dann bleibt Zeit dafür.
Was gehört in einen Eintrag im Schießbuch?
Das Waffengesetz schreibt kein bestimmtes Formular vor. Damit Verein und Verband deinen Nachweis ohne Rückfragen prüfen können, haben sich diese Angaben bewährt:
| Angabe | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Datum | Belegt die Regelmäßigkeit pro Monat oder die Anzahl im Jahr. |
| Schießstand und Verein | Zeigt, dass das Training im Verein stattfand. |
| Disziplin | Verbindet das Training mit der Sportordnung des Verbandes. |
| Waffenart und Kaliber | Belegt die erlaubnispflichtige Waffe, später getrennt nach Lang- und Kurzwaffe. |
| Eigene Waffe oder Vereinswaffe | Wird wichtig, sobald du eigene Waffen besitzt. |
| Bestätigung | Unterschrift der Standaufsicht oder eines Vereinsverantwortlichen, gegebenenfalls Stempel. |
Welche Form unser Verein für das Schießbuch nutzt und wer die Einträge bestätigt, erfährst du beim Training. Frag einfach am Stand nach.
Warum du das Schießbuch auch nach der WBK weiterführst
Die Behörde prüft das Bedürfnis nicht nur einmal. Nach § 4 Abs. 4 WaffG überprüft sie alle fünf Jahre, ob es fortbesteht. Dann gelten andere Zahlen als beim Erwerb: Du musst für die letzten 24 Monate nachweisen, dass du mit einer eigenen erlaubnispflichtigen Waffe trainiert hast, und zwar mindestens einmal alle drei Monate oder sechsmal innerhalb von jeweils zwölf Monaten (§ 14 Abs. 4 WaffG). Besitzt du Lang- und Kurzwaffen, gilt das für beide Kategorien.
Spätestens hier zahlt sich ein sauberes Schießbuch aus. Notiere deshalb bei jedem Eintrag, ob du mit deiner eigenen Waffe geschossen hast und ob es eine Lang- oder Kurzwaffe war. Was bei dieser Prüfung genau passiert, steht im Artikel Bedürfnis-Wiederholungsprüfung für WBK-Inhaber.
Tipps für ein Schießbuch ohne Lücken
- Sofort eintragen und bestätigen lassen. Nachträglich jemanden zu finden, der einen Termin von vor drei Monaten bestätigt, ist mühsam.
- Regelmäßig Kopien oder Fotos machen. Geht das Schießbuch verloren, fehlt sonst der ganze Nachweis.
- Monate im Blick behalten. Wer die Monatsregel nutzen will, sollte ein Training pro Monat fest einplanen. Urlaub und Feiertage sind die typischen Lücken.
- Leserlich schreiben. Datum, Disziplin und Waffe müssen eindeutig erkennbar sein.
- Zeitig beantragen. Der BSB bearbeitet die Anträge zentral in seiner Geschäftsstelle. Reiche deine Unterlagen nicht erst kurz vor einer Frist ein.
Du bist noch kein Mitglied? Dann beginnt die Zwölf-Monats-Frist erst mit dem Eintritt. Wie du startest, liest du unter So läuft dein Probetraining. Beiträge und Aufnahmeantrag findest du unter Mitglied werden.
Häufige Fragen
Zählt Training mit dem Luftgewehr für das Schießbuch?
Für den Bedürfnisnachweis nicht. Das Gesetz verlangt Training mit erlaubnispflichtigen Schusswaffen, also zum Beispiel Kleinkaliber.
Wie oft muss ich trainieren, um eine Waffe kaufen zu dürfen?
Mindestens einmal in jedem Monat oder 18-mal innerhalb von zwölf Monaten, nach mindestens zwölf Monaten Vereinsmitgliedschaft.
Muss ich für das Schießbuch eine eigene Waffe haben?
Für den Erwerb der ersten Waffe nicht, Vereinswaffen zählen. Für die spätere Prüfung des Fortbestehens zählt dagegen das Training mit einer eigenen Waffe.
Wer bestätigt die Einträge?
In der Regel die Standaufsicht oder eine verantwortliche Person des Vereins. Wie es bei uns läuft, erfährst du beim Training.
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